Kreativpakt

Der Kreativpakt // © Michele Gauler

Mit dem Kreativpakt hat die SPD-Bundestagsfraktion eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich zum Ziel gesetzt hat, Antworten auf die drängenden Herausforderungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft zu finden. Künstler und Kreative arbeiten darin gemeinsam mit sozialdemokratischen Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Gemeinsam mit meinem Kollegen Lars Klingbeil bin ich von Seiten der SPD-Fraktion für diesen Prozess verantwortlich.

Kreativität ist in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Rohstoff geworden. In der sogenannten Kultur- und Kreativwirtschaft arbeiten allein in Deutschland knapp 1,7 Millionen Menschen und erwirtschaften ein Umsatzvolumen von rund 143 Milliarden € jährlich. Damit liegt dieser Wirtschaftszweig noch vor der Chemieindustrie. Doch was ist eigentlich Kultur- und Kreativwirtschaft und wer arbeitet dort? In der traditionellen Abgrenzung gehören die Musikwirtschaft, der Buch- und Kunstmarkt, die Filmwirtschaft, die Rundfunkwirtschaft, die Darstellende Kunst, die Designwirtschaft und der Architektur- und Pressemarkt sowie der Werbemarkt und die Software und Games-Industrie zu diesem Bereich. Die Menschen, die hier arbeiten, sind überdurchschnittlich gut qualifiziert, jung und arbeiten häufig selbstständig bzw. in kleinen Firmen. Und es sind viele. Diese spezifische Struktur der Kultur- und Kreativwirtschaft bringt ihre eigenen Probleme mit sich. Diese entstehen häufig daraus, dass sich das Arbeiten hier von dem unterscheidet, was der deutsche Arbeitsmarkt und unser Sozialstaat bisher gewohnt waren. So haben die „Kreativen“ mit Problemen bei der sozialen Absicherung, wie Rentenansprüchen und Absicherung gegen Arbeitslosigkeit, oder mit häufig prekären Einkommensverhältnissen zu kämpfen. Daneben funktionieren auch die Mechanismen der klassischen Wirtschaftsförderung nur bedingt für Selbständige und kleine Firmen, die außer ihren Ideen keine materiellen Sicherheiten zur Verfügung haben.

Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich mit dem Kreativpakt das Ziel gesetzt, für die vielfältigen Herausforderungen, vor denen „Kreative“ heutzutage stehen, politische Antworten zu formulieren. Bei einem so heterogenen Berufs- und Arbeitsfeld muss das unserer Ansicht nach im direkten Kontakt und im Dialog mit den dort arbeitenden Menschen geschehen. Diesem Anspruch sind wir gerecht geworden. Im September 2012 haben wir im Zuge des Deutschland2020-Prozesses der SPD-Bundestagsfraktion unsere Ideen und Vorschläge einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. In einem breitangelegten Dialogprozess mit Kreativen, Künstlern und der interessierten Öffentlichkeit haben wir unsere Positionen weiter optimiert und zu einem Antrag verarbeitet.

Reboot Arbeit, update Urheberrecht!
Der Kreativpakt (extended version)